Es war der größte Vernichtungsort in Weißrussland während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg. In Maly Trostenez wurden zwischen 1942 und 1944 mindestens 60.000 Menschen aus Weißrussland, Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei ermordet. Viele von ihnen waren Juden, die aus deutschen Städten deportiert worden waren.

Die Massenerschießungen in Maly Trostenez, das heute auf dem Stadtgebiet von Minsk liegt, begannen im Frühjahr 1942. In 34 Massengräbern wurden die Leichen zunächst verscharrt. Damit wurde Maly Trostenez zu einem der Hauptschauplätze des “Holocaust mit Kugeln”.

“Vom Baby bis zum Greis wurden die Leute erbarmungslos erschossen. Manchmal hat man bei Babys noch die Kugeln gespart und sie lebendig in die Grube geworfen,” sagt der Historiker und Direktor des Berliner Denkmals für die ermordeten Juden, Uwe Neumärker.

Im Juni 2018 wurde nun die Gedenkstätte in Maly Trostenez eröffnet. Es sei ein “lange überfälliger Schritt”, den Ort nahe der Hauptstadt Minsk “in das historische Bewusstsein Europas zurückzuholen”, sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Der Bau des neuen Erinnerungsortes wurde mit einer Million Euro aus Deutschland unterstützt – neben dem Auswärtigen Amt beteiligten sich Kommunen, Kirchen, private Spender, die Bethe-Stiftung und der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge an der Finanzierung. Die deutsch-weißrussische Organisation Internationales Bildungs- und Begegnungswerk (IBB) aus Dortmund hatte nach Bekanntwerden der Verbrechen von Maly Trostenez den Bau einer Gedenkstätte angeregt und 2016 mit der Stadt Minsk eine Vereinbarung zur Errichtung des Mahnmals unterzeichnet.

Links:

WDR ZeitZeichen: Maly Trostenez

IBB: Gedenkstätte Trostenez

Foto: IBB